Das Portrait von Aschad ist hier ausgestellt:
Sanitätshaus Hofmann GmbH | Bischofstraße 1 | 19055 Schwerin
„Nach dem Realschulabschluss an der Astrid-Lindgren-Schule wollte ich eigentlich Abitur machen, aber ich hatte damals nicht die richtige Einstellung. Mein Fokus war woanders“, lächelt Aschad Tchakpedou. Er ist groß. 197 cm. Das Basketballspielen war eindeutig eher sein Ding. Also Ausbildung statt Abi.
Sein Plan A war es, etwas mit IT zu machen. In die Pflege zu gehen war eher Plan B. „Bereut habe ich die Entscheidung, eine Ausbildung als Pflegefachkraft zu machen, auf keinen Fall. Höhen und Tiefen gibt es überall. Es ist schon eine tolle Arbeit. Wer sich nicht mit den Aufgaben in der Pflege genauer beschäftigt, hat nur die Klischees im Kopf: Anderen Leuten den Arsch abwischen, wie manche Leute sagen. Aber es ist viel mehr.“
Aus seiner Sicht ist in der Pflege die soziale Komponente besonders wichtig, also das Eingehen auf den Menschen und nicht so sehr das medizinische Handeln.
„Ins Krankenhaus kommen die Leute mit akuten Problemen, werden dort medizinisch behandelt und gehen wieder. Bei uns in der Pflege bleiben sie manchmal sehr lange.“
„Manche Bewohner leben in ihrer eigenen Welt. Manchmal sprechen sie auch kein Wort. Dann musst du dich mit Mimik und Gesten mit ihnen verständigen. Andere sind voll orientiert und können ihre Wünsche und Vorstellungen äußern, wenn sie Schmerzen oder Beschwerden haben.“
Ihm gefällt der Kontakt zu dem Menschen und die Vielseitigkeit seines Berufs.
„In der Behandlungspflege zum Beispiel geht es in Gesprächen mit den Ärzten um jeden einzelnen Bewohner. Welche Medikamente bekommt der Patient wann? Gibt es noch weitere ärztliche Verordnungen für die Versorgung von Wunden? Oder was ist zu tun, wenn ein Patient einen künstlichen Darmausgang hat und flüssige Nahrung bekommt. Du lernst viel über den Körper und wie der funktioniert.“
Die Eltern von Aschad Tchakpedou kommen aus Togo in Westafrika. Das sieht man ihm an. „Meine Hautfarbe hat in der Ausbildung eigentlich keine Rolle gespielt. An meinem ersten Tag hat eine Bewohnerin ein paar Witze über meine Hautfarbe gemacht. Das ist heute völlig anders. Sie fragt mich immer, wie es mir geht und ist sehr fürsorglich mit mir. - Ältere Menschen haben alle ihre Geschichte und viele haben damit wirklich zu tun.“
Das Land seiner Eltern kennt Aschad Tchakpedou bisher nicht. Er ist deutscher Staatsbürger. „Natürlich habe ich an den Wahlen zum Bundestag teilgenommen. Ich finde das wichtig und ich habe auch noch einen Kumpel überzeugt, zur Wahl zu gehen. Das hat geklappt.“
In der Ausbildung zur Pflegefachkraft kommen die jungen Leute rum. Zu den Stationen von Aschad Tchakpedou gehörten bisher unter anderen der Ambulante Pflegedienst, die Kurzzeitpflege, ein Kinderarzt, die Psychiatrie, die Demenzpflege und die Augenheilkunde. Bis zu seiner Prüfung im Sommer 2025 kommen noch einige dazu.
Wie es danach für ihn weitergeht? „Den nächsten Schritt in meiner beruflichen Laufbahn weiß ich noch nicht. In der stationären Pflege, da wo ich jetzt bin, gefällt es mir gut. Und ich kann mir auch vorstellen, an ein Krankenhaus zu gehen und etwas im Bereich der Chirurgie zu machen. Doch wenn ich einen Wunsch frei hätte, dann würde ich gerne in der Bundesliga Basketball spielen“, lacht Aschad Tchakpedou. Bis dahin spielt er weiter in der Landesliga bei den PSV Tigers Schwerin und bereitet sich auf seine Abschlussprüfung vor.