Walter Stein – ein unermüdlicher Kämpfer

Walter Stein – ein unermüdlicher Kämpfer

Walter Stein lebt im SOZIUS Haus „Am Mühlenberg“. Bereits auf den ersten Blick wird deutlich, dass er kein einfacher Bewohner ist. Hier sitzt ein Mann, der eine Geschichte zu erzählen hat.

1942 geboren, arbeitete Walter Stein nach seinem Ingenieurstudium 35 Jahre lang in einem Schweriner Großbetrieb als Entwicklungsingenieur im Bereich Forschung und Entwicklung. Beinahe scheint es so, als hätte Walter Stein jedes Jahr ein Patent entwickelt, denn tatsächlich hat er in dieser Zeit 34 Patente auf den Markt gebracht. Viele von ihnen wurden echte Erfolge in der Getriebe- und Antriebstechnik und werden bis heute verbaut.

Und dann kam die Wende…

Wie bei so vielen veränderte sich das Leben von Walter Stein ab diesem Zeitpunkt dramatisch. Obwohl er selbst aktiv in einer Bürgerbewegung mitgearbeitet hat, um die friedliche Revolution zu unterstützen, sollte Walter Stein alle negativen Auswirkungen des Umbruchs am eigenen Leib zu spüren bekommen: Der Betrieb, in dem er so lange Jahre erfolgreich gearbeitet hatte, wurde verkauft und ging kurz darauf Konkurs. Walter Stein verlor auf unwürdigste Weise seinen Arbeitsplatz und mit 54 Jahren damit auch erstmals seine finanzielle Unabhängigkeit. Auf einmal war er gänzlich auf das Einkommen seiner Frau angewiesen. Ein schwerer Schlag, der auch seinen Körper traf. Ein Schlaganfall war die Folge. Aber Walter Stein ließ sich damals, wie danach noch so oft in seinem Leben, nicht unterkriegen. Er richtete sich zuhause einen Arbeitsplatz ein, lernte sogar wieder Laufen und arbeitete weiter – als Erfinder. So entstand sein wohl weltbewegendstes und zugleich freies Patent: ein Fahrrad-Nabengetriebe mit einer belastungsabhängigen stufenlosen Regelung (Stein-Getriebe). Die dahinterliegende Idee: Warum nicht die Antriebsform des Fahrrads so optimieren, dass es überall auf der Welt als echte Alternative zum Auto fungieren kann? Das wäre nicht nur eine günstige Alternative zum Verbrennungsmotor, sondern vor allem ein echter Beitrag zum Klimaschutz und damit zur Bewohnbarkeit unseres Planeten.

Nun sollte man meinen, dass dies eine Idee ist, auf die die Welt gewartet hat und die Walter Stein endlich die Anerkennung bringen sollte, die er nach so vielen Jahren Arbeit in widrigsten Umständen verdient hätte. Aber so leicht ist es leider nicht: Seit vielen Jahren kämpft Walter Stein nun darum, dass aus seinem Patent ein echter Prototyp entsteht, denn nur so kann er der Welt beweisen, was er selbst schon seit langem weiß: Sein Patent ist eine echte Revolution. Beinahe täglich telefoniert er dafür durch die ganze Welt. Am wahrscheinlichsten ist es, dass sich demnächst ein Unternehmen in Taiwan traut, den Prototyp zu bauen und damit der Welt dessen Funktionstüchtigkeit zu beweisen.

Über all die Irrungen und Wirrungen der Zeit und seines Patentes hat Walter Stein nun sogar ein Buch geschrieben, mit dem Titel „Wird endlich alles gut, was lange währt?“ Auf 294 teils sogar fremdsprachigen Seiten beschreibt er darin, alle Wege und Umwege, die seine Idee in den letzten Jahren nehmen musste. Zurzeit verhandelt er mit einem Verlag noch den Autorenvertrag. Das Buch wird dann voraussichtlich 2019 auf den beiden großen Buchmessen vorgestellt werden.

Wie man diesen täglichen Kampf aushält? Walter Stein sagt von sich selbst, dass eine gehörige Portion Berufsenthusiasmus, unerschütterliches Durchhaltevermögen, ein eiserner Wille und Kampfgeist dazugehören – und Musik: „In meinen dunklen Stunden höre ich am liebsten das wunderschöne Lied „Leben so wie ich es mag“ von Volker Lechtenbrink. Das verkörpert mein Naturell vollkommen.“


In diesem Sinne drücken wir Walter Stein auch von dieser Stelle aus die Daumen und summen leise vor uns hin die ersten Zeilen seines Lieblingsliedes:

Leben so wie ich es mag,
Leben spüren Tag für Tag,
Das heißt immer wieder fragen,
Das heißt wagen, nicht nur klagen,
Leben so wie ich es mag.

 

Titelseite des Buches von Walter Stein

Titelseite des Buches von Walter Stein

 

 

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